Um die Wirksamkeit und auch die Nebenwirkungen neuer Medikamente zu testen, sind unterschiedlichste Testreihen notwendig. Hierfür benötigt man für verschiedene Phasen freiwillige Testpersonen, die sich bereit erklären, das Mittel gegen eine Aufwandsentschädigung einzunehmen und darüber Buch zu führen. So lassen sich die Verträglichkeit und die Häufigkeit der Nebenwirkungen repräsentativ dokumentieren. Während in der Anfangsphase der Tests hauptsächlich gesunde Probanden für diese Aufgabe gesucht werden, wird das Medikament, sofern es diese Untersuchungen übersteht, letztendlich auch an erkrankten Menschen getestet, um festzustellen, ob sich die theoretisch erworbenen Kenntnisse auch in die Praxis umsetzen lassen.
Medikamenten-Tester werden häufig per Anzeige gesucht, oft schon mit ein paar stichwortartigen Anforderungen (wie zum Beispiel die gewünschte Altersgruppe oder das Geschlecht). Ob der Einzelne tatsächlich für die entsprechende Testreihe geeignet ist, lässt sich aber erst nach einer fachkundigen Untersuchung feststellen. Selbstverständlich werden Medikamente erst für den Versuch an menschlichen Probanden zugelassen, wenn mit fast hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen wurde, dass diese dadurch Schaden nehmen könnten. Ein gewisses Restrisiko besteht allerdings dennoch, und jeder potenzielle Proband sollte sich gut überlegen, ob er dieses Risiko eingehen will. Entscheidet er sich dafür, wird er in manchen Fällen recht großzügig für seine Teilnahme an den Test honoriert - und wird das Medikament später zugelassen, hat er einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit geleistet.